Thailand: Ko Chang – mein Reisebericht

Meine Reise nach Thailand begann an einem Mittwochmorgen um 4:00 Uhr. Ich hatte  zuvor kaum geschlafen, da ich noch bis spät in die Nacht meine Sachen gepackt, meine Wohnung geputzt, Blumen gegossen und andere Dinge dieser Art erledigt hatte. Natürlich war ich auch schon vor dem Weckerklingeln wach, aber von Müdigkeit keine Spur. Ich war komischerweise auch gar nicht aufgeregt und fühlte mich gut vorbereitet, was mir wiederum komisch vorkam und mich denken ließ, dass ich bestimmt irgendwas gaaaaaanz wichtiges vergessen haben müsste – dem war zum Glück nicht so.

Um 5:00 Uhr holte mich ein Freund zu Hause ab. Er war so lieb und fuhr mich zu dieser unmenschlichen Uhrzeit zum Hauptbahnhof. Die Zugtickets zum Flughafen hatte ich vorab im Rahmen einer Aktion bei der Deutschen Bahn für nur 19€ pro Strecke gebucht. So wie ich die Bahn kenne, habe ich zwei Stunden als Puffer eingebaut und gleichzeitig meinen Bruder in Alarmbereitschaft gehalten, falls der Zug ausfallen sollte. Sicher ist sicher.. 😀 Es ging aber alles gut, ich war überpünktlich am Flughafen und mein Bruder konnte nach meiner Entwarnungs-WhatsApp noch ne Runde weiter schlafen.

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Ich hatte mich vor meiner Abreise immer gefragt, was ich am besten anziehen würde. Es war ja noch ziemlich kalt, so etwa drei Grad, und ich wollte einerseits nicht frieren, aber andererseits auch nicht meine Winterkleidung mit durch Thailand schleppen. Letztendlich hatte ich eine Jogginghose, Sneaker, einen Sweater und meine leichte aber warme Windbreakerjacke an. Das war genau richtig und erstaunlicher Weise war mir Frostbeule zu keinem Zeitpunkt kalt .

Der Flug nach Thailand, mit einem kleinen Zwischenstopp im Oman, war super. Während beider Teilflüge erhielt man einen kleinen Snack, eine warme Mahlzeit und Getränke. Außerdem gab es bei Oman Air ein gutes Angebot an Filmen, Serien und Musik; ab und zu ein kleines Nickerchen oder ein nettes Gespräch mit dem Sitznachbarn und schon war ich in Bangkok – alle Horrorgeschichten, die ich vorab über Langstreckenflüge gehört hatte, kann ich absolut nicht bestätigen. Klar gibt es Schöneres als dreizehn Stunden in einem Flugzeug zu sitzen, aaaaaber das gehört nunmal dazu, wenn man in so ein Land reisen möchte.

Gegen 7:40 Uhr Ortszeit bin ich am Donnerstagmorgen schließlich in Bangkok gelandet. Das Visum hatte ich kurz vor der Landung im Flugzeug erhalten und sorgfältig ausgefüllt. Wichtig ist hier, dass ihr auf jeden Fall eine Unterkunft angebt, sonst werdet ihr am Schalter wieder zurückgeschickt. Wenn ihr noch nichts gebucht habt, dann sucht euch eine Unterkunft in der Nähe eures ersten Aufenthaltsortes aus und tragt diese einfach ein. Es kontrolliert niemand, falls ihr am Ende doch woanders einchecken solltet, aber diese Angabe darf eben nicht fehlen. Ich hatte mir vor der Abreise (wichtig, denn ihr habt ja im Flugzeug in der Regel kein Internet) einen Screenshot von der Adresse eines Hotels auf Ko Chang gemacht und dieses einfach eingetragen.

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© Gold Art Photography

So, dann ging es ab durch die Passkontrolle und den Rucksack holen. Anschließend war meine erste Anlaufstation ein Exchange, an dem ich erst mal 450€ gewechselt habe. Der Kurs lag bei 37,8 Baht pro Euro – das war okay. Der beste Kurs den ich auf meiner Reise gesehen habe betrug 38,2 Baht. Es lohnt sich auch nicht vor Ort nach dem „besten“ Exchange zu suchen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Kurs in der unmittelbaren Umgebung immer exakt gleich hoch war. Danach bin ich ein paar Meter weiter (man läuft am Flughafen automatisch darauf zu) zum Stand eines thailändischen Mobilfunkanbieters gegangen und habe mir eine SIM-Karte gekauft. Ich habe den Anbieter AIS mit einem Datenvolumen von 4GB für 4 Wochen bei max. 4G Highspeed gewählt. Die Installation und Wechsel der SIM-Karte macht der Anbieter sofort am Stand, innerhalb von nicht mal fünf Minuten. Das Ganze hat ca. 550 Baht, also umgerechnet nicht mal 15€ gekostet. Der Empfang war sowohl auf Ko Chang als auch in Bangkok jederzeit stabil. Ich hatte bei meiner Anreise nach Ko Chang sogar mitten auf dem Meer super Empfang. Allerdings war mein Datenvolumen am dritten Tag vor meiner Abreise schon verbraucht. Zu dem Zeitpunkt war ich gerade in Bangkok und bin auf der Khaosan Road einfach in ein Geschäft gegangen auf dem „SIM-Cards“ stand und der Händler dort hat mein Datenvolumen um eine weitere Woche ohne Limit verlängert – für gerade mal 100 Baht (keine 3€).

Zurück zum Flughafen… mit Rucksack, Geld und Internet bin ich mit der Rolltreppe runter zum Busbahnhof gefahren, um mir ein Ticket für die Fahrt nach Ko Chang zu kaufen. Dieses habe ich ganz unten am Airport, rechts neben dem Ausgang zum Busbahnhof für 600 Baht (inkl. Minibus, Fähre und Transport direkt zum Hotel) erhalten. Der Bus fährt in der Regel zwei Mal am Tag, einmal morgens und einmal nachmittags. Da der erste Bus jedoch schon ausgebucht war, gab es an diesem Tag noch einen dritten; Abfahrtszeit: 9:30 Uhr. Neben dem Stand für die Busfahrt ist auch ein großer Foodmarkt. Ich habe mir dort etwas zu Essen geholt, da ich noch etwas Zeit hatte. Mir persönlich hat es dort leider überhaupt nicht geschmeckt. Ich empfehle euch daher, in den Restaurants am Flughafen zu essen, falls ihr Hunger habt.

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Die Fahrt nach Ko Chang hat etwa sechs Stunden inklusive mehrerer Pausen gedauert. Ich konnte zum Glück etwas schlafen und so ging die Zeit ziemlich schnell um. Auf Ko Chang angekommen, stellte sich mir sofort eine erste kleine Herausforderung. Ich wollte vom Fahrer nicht in ein Hotel gebracht, sondern direkt am Hafen rausgelassen werden, weil mich dort mein Freund mit dem Roller abholen wollte. Leider konnte der Fahrer kein Englisch und hat absolut nicht verstanden, was ich ihm zu erklären versuchte. Es hat ca. fünf Minuten und die Hilfe zweier lieber Mitfahrer gebraucht, um den Fahrer zu überzeugen, dass ich tatsächlich schon aussteigen wollte. Mitten im Nichts hat er mich dann irgendwann am Straßenrand abgesetzt und mein Freund konnte mich einsammeln.

Meine erste Unterkunft hatte ich am White Sand Beach. Dieser gilt als der schönste und größte Strand auf Ko Chang. Es gibt hier sehr viele Hotels und Restaurants am Strand. In den Mangroven hängen überall bunte Lampen und Lampions, die abends leuchten und damit eine wundervolle, romantische Stimmung schaffen.

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Übernachtet habe ich in einem von „Pen’s Bungalows“, einer ganz einfachen kleinen Hütte direkt am Strand in den Mangroven mit Aussicht aufs Meer – genau so hatte ich mir das vorgestellt. Pluspunkt: funktionierende Klimaanlage und warmes Wasser. Insgesamt habe ich vier Nächte in einem von Pen’s Bungalows verbracht und habe pro Nacht 600 Baht bezahlt. Im Internet habe ich keine Möglichkeit gefunden, die Bungalows vorab zu buchen. Das macht ihr besser vor Ort. Aber auf deren Facebook-Seite  könnt ihr ein paar Bilder und Infos finden. Wer etwas mehr Komfort möchte, dem kann ich z.B. das „Kacha Resort“ am White Sand Beach empfehlen. Eine gute Übersicht der Hotels auf Koh Chang findet ihr bei Agoda. Grundsätzlich ist diese Gegend etwas ruhiger. Wer eher auf Partys steht ist am Lonely Beach besser aufgehoben. Den Strand fand ich jedoch am White Sand Beach am allerschönsten.

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Den restlichen ersten Tag habe ich am traumhaften White Sand Beach verbracht und  mich von der Anreise ausgeruht. Abends waren wir dann noch gemeinsam etwas essen, mein erstes thailändisches Curry – es sollten noch viele weitere folgen – und anschließend bin ich todmüde ins Bett gefallen und erst am nächsten morgen um halb elf (vom Wecker!!) wieder aufgewacht. Ich war wohl doch müder als gedacht.

Zum Frühstück gab es einen Fruitshake unter den Mangroven am meterlangen Sandstrand mit Blick aufs hellblaue Meer bei strahlendem Sonnenschein – so stelle ich mir das Paradies vor. Doch ich wäre nicht ich, wenn ich da einfach hätte sitzenbleiben und den Anblick hätte genießen können. Ich war voller Energie, wollte was erleben, die Insel erkunden, alles hier sehen und wissen. Also machte ich mich zu Fuß auf den Weg durch die Straßen und Geschäfte am White Sand Beach, schaute mir die verschiedenen Strandabschnitte an, beobachtete das Treiben am Strand von den Schaukeln aus und spielte ein paar Runden Beachvolleyball. Am Abend habe ich mich quer durch den Streetfoodmarket gefuttert. Dort gab es alles, was die thailändische Küche zu bieten hat: Pad Thai, Curries, Salate, Fried Noodles oder Rice, Suppen, Fisch, Grillspieße, Insekten, Pilze, Früchte, Roti uvm. Alles frisch vor den Augen zubereitet und super lecker. Anschließend habe ich den Abend in einer Strandbar bei Live-Musik und einer Feuershow ausklingen lassen. Ein perfekter erster Tag eines traumhaften Urlaubs…

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Am zweiten Tag bin ich etwas eher aufgestanden. Ich wusste es morgens noch nicht, aber dieser Tag würde seeeehr lang und einer meiner absoluten Lieblingstage werden.  Ein Tag, der meinen Urlaub in ganz unvorhergesehene Bahnen gelenkt hat. Doch zunächst begann alles ganz entspannt. Zusammen mit meinem Freund bin ich mit dem Roller bis zum Lonely Beach gefahren. Einen Roller kann man sich hier an vielen Ständen ausleihen. Er kostet etwa 250-300 Baht/Tag. Unterwegs haben wir immer mal wieder angehalten um uns die Strände anzuschauen, in einem der Ständen zu stöbern, um ein bisschen Obst zu essen oder einen Fruitshake zu trinken.

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In die Shakes habe ich mich sofort verliebt. Sie werden an jeder Ecke dort mit frischen Früchten gemixt. Mein Liebling: Pineapple-Coconut; Kosten: ca. 40-50 Baht. Am Nachmittag waren wir in dem kleinen Fischerdorf Bang Bao im Süden der Insel. Das Dorf ist komplett im Meer auf Stelzen gebaut. Man findet hier viele Restaurants und Bars sowie kleine Lädchen, in denen man Souvenirs oder Kleidung kaufen kann.

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Als am späten Nachmittag so langsam die Sonne unterging, machten wir uns auf den Rückweg zum White Sand Beach. Dabei kamen wir an einem ganz traumhaften Aussichtspunkt vorbei, an dem ich einen wunderschönen Sonnenuntergang  sehen konnte. Die Sonnenuntergänge auf Ko Chang sind sowie ein absoluter Traum.

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Abends haben wir uns dann erst noch mal auf dem Streetfood Market satt gegessen und anschließend stand „Party“ auf dem Programm. Dazu sind wir mit dem Taxi für etwa 100 Baht/Person zum Lonely Beach gefahren. Dort gibt es eine Straße von der mehrere kleine Gässchen abgehen, in denen sich überall ganz tolle Bars befinden. Wir haben die komplette Nacht (ja das meine ich wortwörtlich) in der Ting Tong Bar verbracht. Dort gab es an dem Abend gute Live-Musik und das Publikum war sehr entspannt und lustig drauf. Irgendwann in der Nacht habe ich meine beiden Mitfahrer aus dem Minibus wiedergetroffen, die mir bei der Ankunft in Ko Chang mit dem Fahrer geholfen hatten. Die beiden kamen aus der Nähe von Wiesbaden. Wir haben uns auf Anhieb alle super gut verstanden und die restliche Nacht zusammen getanzt und gefeiert. Als es irgendwann gegen acht Uhr wieder hell wurde, sind wir vier gemeinsam an den White Sand Beach gefahren und haben dort noch den kompletten Tag am Strand verbracht. Achtunddreißig Stunden wach – der Urlaub läuft.

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Wir haben Musik gehört und viel gequatscht. Die beiden Wiesbadener haben erzählt, dass sie als nächstes nach Kambodscha auf die Insel Koh Rong reisen würden. Als sie mir Bilder von dieser Trauminsel zeigten, war ich sofort hin und weg. Ich brauchte keine Sekunde mir meine Antwort zu überlegen, als sie vorschlugen, dass ich doch einfach mitkommen solle. Gesagt, getan. Der Plan stand fest: am nächsten Tag würden wir drei die Weiterreise nach Kambodscha vorbereiten. Das ist das Schöne, wenn man alleine als Backpacker auf der Reise ist:

  • man kann tun, was man will und wozu man gerade Lust hat
  • man lernt so viele tolle Menschen kennen
  • man weiß nie, wo einen der Weg bzw. die Reise hinführen wird

-> jeder Tag ist einfach immer wieder aufs Neue eine Überraschung.

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Ich freute mich jedenfalls so riesig auf das Abenteuer Kambodscha. Am nächsten Tag buchten wir an einem Stand am Lonely Beach die Reise mit dem Minibus nach Shianoukville für 700 Baht. Der Verkäufer wies uns darauf hin, dass wir zur Einreise nach Kambodscha zwei Passbilder benötigen würden. Zwar hatten wir gehört, dass man gegen die Entrichtung einer kleinen Gebühr an der Grenze auch ohne Passbilder einreisen dürfe, doch das war uns zu unsicher. Daher machten wir uns den ganzen Nachmittag auf die Suche nach einem Fotografen. Unsere Suche führte uns in der prallen Sonne im wahrsten Sinne des Wortes über die halbe Insel, bis wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich das Kodak-Geschäft am White Sand Beach fanden. Dass unsere Suche komplett umsonst war, erfuhren wir erst am nächsten Tag an der Grenze, dazu aber hier (bald) mehr.

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Den restlichen Tag habe ich mir noch ein paar Strände angeschaut, bin durch die Gässchen fernab von den Touristenständen geschlendert und habe meinen letzten Sonnenuntergang genossen.

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Abends habe ich dann noch den traditionellen Papayasalat an einer der Garküchen an der Straße probiert. Dieser war sehr scharf, aber super lecker.

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Meine letzte Nacht auf Ko Chang habe ich in einem der „Sunflower Bungalows“ verbracht. Die Hütten waren auch super einfach gehalten. Aber da ich mich ohnehin nur zum Schlafen in dieser aufhalte und den restlichen Tag immer komplett unterwegs war, brauche ich da absolut null Luxus. Warmes Wasser und Klimaanlage waren für mich Luxus genug. Wem es auch so geht, dem kann ich die Bungalows sehr empfehlen.

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Die Reise nach Kambodscha begann am nächsten morgen schon um 07:00 Uhr. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich eigentlich viel zu kurz auf der Insel Ko Chang gewesen bin. Es hätte sicher noch so viel mehr zu sehen und zu erleben gegeben. Trotzdem bin ich froh, dass ich die Reise nach Koh Rong/Kambodscha gemacht habe und würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden. Alles zu meinen Erlebnissen in Kambodscha könnt ihr (bald) hier nachlesen.

Juliane

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** Der Beitrag enthält Partnerlinks. Für den Leser entstehen dadurch keine Kosten. Ich möchte außerdem darauf hinweisen, dass ich die komplette Reise selbst bezahlt habe. Es handelte sich nicht um eine Kooperation.**

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